Ostern daheim - die Nachlese

Ostern 2020 war ein ganz anderes Ostern. Gemeinsam mit Dekanatsjugendreferent Raphael Seidlitz entwickelte Jugendpfarrerin Michaela Kugler ein Konzept für "Ostern daheim". Auch Dekanatsjugendpfarrer Martin Kugler brachte sich mit ein. Es gab Impulse zum selber machen, Texte zum Nachdenken, Anregungen für Diskussionen, von Gründonnerstag bis Ostersonntag.

Manches davon stellen wir euch hier zum Nachlesen und Nachhören zur Verfügung.

 

Gründonnerstag

Betrachte das Bild "Das letzte Abendmahl" von Leonardo da Vinci.

Wir sehen momentan immer dieselben Leute. Ihr lebt mit ihnen auf engem Raum zusammen. Wenn ihr einen letzten Abend gemeinsam hättet, bevor einer gehen muss: Wie wäre es? Wärst du lieber allein oder so nah wie möglich dran? Würdest du reden oder schweigen wollen?

Challenge:

Stelle Leonardo da Vincis Bild vom letzten Abendmahl nach mit dir und den Leuten, die bei dir im Haus leben. Wie werden bei euch die verschiedenen Stimmungen deutlich? Wahrscheinlich müsst ihr euch mit Spielzeugfiguren oder Bildern behelfen, weil ihr nicht zu dreizehnt zusammenlebt.

 

Karfreitag

Kennst du auch die Redensart „Lass diesen Kelch an mir vorübergehen“? Hoffentlich stößt mir das nicht zu, hoffentlich bleibe ich verschont!

Mach einen Spaziergang: Wovor möchtest du gerne verschont bleiben? Worum möchtest du Gott bitten?

 

Heute Abend möchte ich mit euch ein Musikstück teilen, das mich seit Jahren begleitet:

Wie liegt die Stadt so wüst

Angesichts des zerstörten Dresden hat Rudolf Mauersberger dieses Stück an Karsamstag 1945 geschrieben und damit Verse aus den Klageliedern Jeremias aus der Bibel vertont.

Mich berührt die Verzweiflung in der Musik: „Warum, warum, warum?“ und die leise Hoffnung am Ende: „Bringe uns, Herr, wieder zu dir.“

Auch unsere Stadt liegt gerade „wüst und öde“, die Straßen sind leer.

Was fehlt dir am meisten? An welchen Orten wünschst du dir wieder Leben? Überlege dir maximal drei verschiedene Orte, gehe hin und mache ein Foto.

 

Karsamstag

Eine Geschichte voll Hoffnung und Zuversicht, gelesen von Raphael Seidlitz

 

Osternacht: Gottesdienst mit Pfarrerin Michaela Kugler

5.15 Uhr

Wir treffen uns am Osterfeuer. Hörst du das Knistern, siehst du die Funken?

5.30 Uhr

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.

 

Und die Erde war wüst und leer,

und es war finster auf der Tiefe;

 

und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.

Und Gott sprach:

Es werde Licht!

Und es ward Licht.

 

Und Gott sah, dass das Licht gut war.

Da schied Gott das Licht von der Finsternis

und nannte das Licht Tag

 und die Finsternis Nacht.

Und Gott sah an alles,

was er gemacht hatte,

 

und siehe, es war sehr gut.

In der Mitte der Nacht, zum Anhören oder Mitsingen

 

Da sah Gott auf die Erde und siehe, sie war verdorben,

denn die Menschen waren alle vom rechten Weg abgekommen.

 

Da sprach Gott zu Noah:

Mit den Menschen mache ich ein Ende.

 Ich will sie vernichten samt der Erde.

Bau dir ein Schiff, eine Arche.

 Denn siehe, ich will eine Sintflut kommen lassen auf Erden.

Aber mit dir will ich meinen Bund aufrichten,

 und du sollst in die Arche gehen mit deiner Familie

und du sollst in die Arche bringen von allen Tieren je ein Paar,

 dass sie leben bleiben mit dir.

Und Noah tat alles, was ihm Gott gebot.

In der Mitte der Nacht

Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlassen,

 aber mit großer Barmherzigkeit will ich dich sammeln.

Ich habe mein Angesicht im Augenblick des Zorns ein wenig vor dir verborgen,

 aber mit ewiger Gnade will ich mich deiner erbarmen,

spricht der Herr, dein Erlöser.

Ich halte es wie zur Zeit Noahs,

 

als ich schwor, dass die Wasser Noahs nicht mehr über die Erde gehen sollten.

 So habe ich geschworen,

dass ich nicht mehr über dich zürnen und dich nicht mehr schelten will. 

es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen,

 aber meine Gnade soll nicht von dir weichen,

 und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen,

spricht der Herr, dein Erbarmer.

In der Mitte der Nacht

 

So sehr hat Gott diese Welt geliebt: Er hat seinen einzigen Sohn hergegeben,

 damit keiner verloren geht,

 der an ihn glaubt.

Sondern damit er das ewige Leben erhält.

Als Zeichen dafür zünden wir die Osterkerze an.

Osterevangelium Mt 28,1-10

EG 99 Christ ist erstanden

6.00 Uhr

Die Kirchenglocken läuten, Hörst du sie auch bei dir?

 

Tauferinnerung

Hast du auch eine Taufkerze? Dann zünde sie an deiner Osterkerze an.

EG 116 Er ist erstanden, Halleluja

 

Bei einem gemeinsamen Gottesdienst dürfen die Fürbitten nicht fehlen. Du darfst gerne deine Bitte mit einfügen.

Jesus Christus,

du bist auferstanden.

Wir hoffen auf dich und bitten dich

um Hoffnung auf Frieden in der Welt

um Zuversicht, dass alles gut werden wird

um Geduld, um mit der Situation umgehen zu können

um Rücksicht auf die Schwachen.

Wir bitten dich für alle, die im Moment ganz alleine zuhause aushalten müssen.

Schenke ihnen die Gewissheit, dass du bei ihnen bist

und lass auch bei ihnen die Osterfreude einziehen.

 

 

Jesus, du hast gesagt, "Habt keine Angst".

Höre du unsere Bitten und unser Gebet.

Amen.

 

Gemeinsam beten wir:

Vater unser im Himmel

 

Ich wünsche dir und deiner Familie von Herzen ein gesegnetes Osterfest,

viel Kraft und Zuversicht für die vor uns liegende Zeit

und bis wir uns wiedersehen möge Gott seine schützende Hand über dich halten.

KAA 0108 Mögen sich die Wege vor deinen Füßen ebnen

Segen

Weil wir es so oft bei EJ-Veranstaltungen singen und es hervorragend zu heute passt:

God for You(th) 387 Wo ich auch gehe, du warst schon da

 

Frohe Ostern!